Haindling Freunde:
Alex Gruber

Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, dass ich mal zu den Haindling-Freunden zählen würde, hätte ich ihn wohl für verrückt erklären müssen. Wenn ich danach gefragt werde, was ich so mache, dauert es meistens nicht mehr als 5 Sätze bis ich auf das Thema "Haindling" komme und meinen momentan etwas verwirrten Gesprächspartner auf eine etwas längere Geschichte hinweisen muss.

Trotzdem möchte ich jetzt noch mal ein großes Stück zurückgehen und meine Geschichte von Anfang an erzählen:

Mein Name ist Alex Gruber, komme aus dem Niederbayerischen Pocking und ich mache Videos. Seit ich denken kann hat mich die Kamera begleitet. Es dauerte bis zu meinem Kindergartenalter an, dass mein Vater versuchte die ersten Jahre meines Lebens mit seiner Video-Kamera zu dokumentieren. Doch ab diesem Zeitpunkt fing ich an mich selbst für diese Kamera zu interessieren und mein Vater fand nur noch wenige Möglichkeiten sie von mir "auszuleihen". Von nun an übernahm ich den Job meines Vaters und dokumentierte mein Leben selbst und auch das meiner jüngeren Brüder Simon, Markus und Lukas. Damals machte ich noch mit meinem Bruder Simon und ein paar Freunden Nachrichtensendungen, Sketche, Krimis, Lego-Filme oder richtete Live-Überwachungs-Schalten ins Kinderbett meines kleinen Bruders Lukas ein. Und wenn ich gerade keine bessere Idee hatte, stopfte ich einfach ein paar Knallfrösche in ein Spielzeug-Auto und lies es vor der Kamera explodieren.

Im Grundschul-Alter begann ich mir Geschichten auszudenken und Drehbücher zu schreiben. Meistens handelten sie dabei von einer Zeitreise oder ähnlichem… Da jedoch die Phantasie etwas zu groß war und die Drehbücher eher unter Nichtbeachtung der eigentlichen Dreh-Möglichkeiten geschrieben wurden, wurden die meisten Filme leider nur "halbfertig". Trotzdem war der Traumberuf der nächsten Jahre – ganz klar – Regisseur.

Da ich auch schon immer sehr musikalisch war und auch schon sehr früh in die Musikschule geschickt wurde kam es irgendwann - genauer gesagt an meinem 17. Geburtstag dazu dass ich als Schlagzeuger in die Metal-Band "Deaf and Dumb" einstieg. Ab diesen Zeitpunkt konzentrierte ich mich mehr auf die Musik und lies das Filme-Machen etwas pausieren.

Haindling und Rammstein

4 Jahre danach – im Juni 2007 - verletzte ich mir durch einen Grillunfall die Beine und war gezwungen vor der Sonne aufzupassen und blieb vermehrt zu Hause und begann wieder mich mit dem Videoschnitt zu beschäftigen. Dabei kam mir die Idee ein Video zu machen, wobei ich einen Song unter einen Auftritt einer Band aus einer völlig anderen Musikrichtung mische und so schneide als würde die den Song wirklich singen. Nach langer Überlegung zusammen mit Andreas Reitmeier, einem guten Freund und Band-Kollegen, kamen wir auf die Idee einen Rammstein Auftritt, bei dem die Band im Lederhosen-Outfit spielte, mit einem typisch bayerischen Song zu unterlegen und somit ein Ironisch-Witziges Video zu machen. Und welcher Song würde da nicht besser passen als Haindling´s "Bayern"! Danach war ich 3 Wochen beschäftigt es so zu schneiden, dass es nahezu lippen-synchron ist und versuchte es auch möglichst dramaturgisch interessant zu machen. Ohne große Erwartungen stellte ich es auf meinen YouTube-Channel und war gespannt wie die Leute mein Video kommentierten, bewerteten oder ob sie überhaupt Interesse zeigten.

1 Woche später: Das Video hat täglich 300 Klicks, und ich war sehr überrascht und erstaunt, dass sich das Video so viele Leute ansehen.

3 Wochen später: Das Video hat täglich 10.000 Klicks…. Ich bekam Angst! Hoffentlich sieht es keiner von Rammstein oder Haindling! Wohlmöglich könnten sie sich beleidigt fühlen – wer weiß!?

4 Wochen später: Ich warf einen Blick auf die offizielle Rammstein-Website und konnte es nicht fassen – mein Video wurde auf der Startseite verlinkt und mit dem Newsletter verbreitet. Das Video hatte nun seinen Höhepunkt erreicht, täglich über 50.000 Klicks und ich als Rammstein-Fan war kurz davor in Ohnmacht zu fallen und konnte erst 2 Tage danach wieder Nahrung zu mir nehmen. Nun wusste ich dass Rammstein mindestens genau so darüber lacht wie der Rest der YouTube User-Gemeinde. In den Rammstein-Foren wurde heftig diskutiert und ich las mir mit einem breiten Grinsen die Beiträge durch in denen sämtliche Theorien aufgestellt wurden, warum Rammstein wohl so ein Video veröffentlicht, ob sie es vielleicht selbst gemacht haben, usw.

Damit war meine Angst, Rammstein vielleicht ungewollt beleidigt zu haben, eliminiert. Aber das mulmige Gefühl blieb bestehen – denn noch wusste ich nicht ob nicht vielleicht Haindling anders über dieses Video denkt und oft habe ich überlegt Haindling zu kontaktieren und dazu Stellung zu nehmen. Doch einige Wochen später erhielt ich einen Anruf eines Freundes von Hans-Jürgen Buchner der mir begeistert mitteilte, dass sich auch Haindling sehr über das Video freut und man das Video unbedingt auf der Fan-Seite haben wolle. Wieder konnte ich es nicht fassen. Sogar Hans-Jürgen Buchner, der Komponist des Songs war begeistert von meinem Video! Somit war das Video zu 100 Prozent "abgesegnet" und ich sah mit Freude zu wie der Klick-Counter auch Monate danach immer noch um 10.000 am Tag anstieg und beantwortete jede Menge Fragen, die mir die YouTube User stellten.

Im Sommer 2008 bekam ich nochmals einen Anruf – diesmal von Michael Braun, einem Haindling-Live-Band-Mitglied der ersten Stunde der mir nochmals mitteilte wie sehr alle über dieses Video lachen und erzählte mir die Idee, dass Haindling nun "zurückschlagen" wolle! Und wie sollte man das machen?? Indem man das Rammstein-Haindling-Video einfach umkrempelt und Haindling einen Rammstein Song "spielen lässt"! Ich fand die Idee ziemlich witzig und war auch sofort gewillt, das Video zu schneiden. Daraufhin lud er mich auf eines ihrer Konzerte, wo ich auch Hans-Jürgen Buchner und den Rest der Band kennenlernte.

Kurz darauf bekam ich vom Bayerischen Rundfunk einen Anruf, ob ich nicht gerne in der Sendung "Quer" etwas über das "Rammstein – Bayern" Video erzählen möchte, da das Video schon sehr an Popularität gewonnen hatte, und stimmte sofort zu. Hans-Jürgen Buchner gab für den Beitrag auch sein persönliches Statement ab und lud mich und das Kamera-Team sogar zu sich nach Hause ein, wo der zweite Teil des Beitrages gedreht wurde. Am Ende des Tages zeigte mir Jürgen noch einige seiner ausgefallensten Musik-Instrumente und bot mir schließlich an, einige zukünftige Haindling Projekte aktiv begleiten zu dürfen. Das Angebot nahm ich natürlich mit Freude an!

Link zum "quer" Beitrag des BR: "Laptop und Lederhosn"

Einige Wochen später war dann auch das "Haindling - Du Hast" Video fertig und feierte Premiere auf einer privaten Musiker-Party von Bandmitglied Michael "Mufty" Ruff. Alle waren begeistert – ein toller Tag für mich! Am nächsten Tag stellte ich das Video sofort auf YouTube und freute mich, dass es auch bei den YouTube Usern gut ankommt! Und siehe da – jetzt ist es schließlich auch auf der Haindling Web-Seite zu sehen und ich freue mich sehr darüber bei einigen zukünftigen Haindling Projekten mitwirken zu dürfen!